grande ist grande

Sobald die ersten Sonnenstrahlen alle Menschen aus ihren Höhlen locken, ist es ein Ding der Unmöglichkeit auf der Terrasse einen Platz zu ergattern. Wie hungrige Raubtiere pirschen die Gäste um die Tische herum und warten nur darauf, dass bezahlt wird, um sich dann auf die «Beute» zu stürzen. Ist dies gelungen, wird feuchtfröhlich «ge-aperölet». Die Drinks sowie die Kaffees gehen hier in Rekordzeit vom Tresen, die Mitarbeitenden schlängeln sich gekonnt und agil mit dem überfüllten Tablar durch die Menschenmassen, hier passiert alles so schnell, denn die Gäste sind durstig. An diesem Kult-Ort geben sich Jung und Alt die Klinke in die Hand und verweilen hier manchmal Stunden. Sei es, um zu lernen oder zu arbeiten oder aber um «ä gueti Zit zha». Eine junge non-binäre Person mit trendy Mullet tüftelt an einem mit links-politischen Stickern vollbeklebten MacBook Pro; nebendran ein älterer Herr, den Kopf in der NZZ versenkt, wie auch ein Pärchen samt Baby im Arm –  sie alle hat es heute ins Grande verschlagen. Waschechte Zürcher*innen kennen und lieben das Grande, Touris lassen sich gerne von dieser Authentizität anziehen. Kein anderes Café oder Bar schafft dies so gut, wie es das Grande schafft: nämlich kunterbunt, laut, fröhlich und herzlich zu sein, gleichzeitig aber den besten Negroni und Cappuccino der Stadt zu servieren.


Diese Arbeit ist im Rahmen der Bachelorausbildung Kommunikation mit Schwerpunkt Journalismus an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften entstanden.